Auch dieses Jahr ist die Mittelalter-Abteilung des Historischen Instituts wieder in einer Sektion am Deutschen Historikertag vertreten. Tanja Skambraks spricht über “Kooperation und Konkurrenz. Jüdische Pfandleihe und Monti di Pietà in Italien”.

Der Vortrag geht der Frage nach, inwieweit die Gründung und schlagartige Ausbreitung der Monti di Pietà (als christliche Pfandleihhäuser) seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Italien die Stellung der jüdischen Pfandleiher veränderte. Anhand von Fallstudien zu Rom, Perugia und Florenz wird das vielschichtige und durchaus komplexe Verhältnis der Juden und der von den Franziskanern maßgeblich protegierten Monti analysiert. Dabei wird der Vortrag sowohl auf die Diskursebene um Wucher und Zins am Beispiel franziskanischer Predigten und päpstlicher Erlasse in der Gründungsphase der Monti eingehen als auch die Praxis der Geldleihe und Kleinkredite in den genannten Städten anhand von Rechnungsbüchern und lokalen Regulierungserlassen näher beleuchten – diese weist eher auf ein wechselvolles Verhältnis zwischen Konkurrenz und Kooperation christlicher und jüdischer Pfandleihe hin.

Die Sektion “Ökonomische Glaubensfragen. Strukturen und Praktiken jüdischen und christlichen Kleinkredits im Spätmittlelater” findet am Mittwoch, 21. September, von 09:00 bis 12:00 in Hörsaal H statt.

Ein ausführliches Programm der Sektion finden Sie hier.

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