Nach intensiver Vorbereitung in einem zweitägigen Blockseminar hoben am 16. Juni 2018 15 Studierende und drei Dozenten (Prof. Dr. Christian Mann, Dr. Alexander Meeus und Jun.-Prof. Dr. Christoph Begass) vom Frankfurter Flughafen Richtung Thessaloniki ab. Das Ziel der Exkursion war Nordgriechenland, genauer die griechische Provinz Makedonien. In den folgenden dreizehn Tagen wurde die Geschichte dieses Raumes intensiv erkundet.


Gruppenbild im Theater von Philippi.

Den Schwerpunkt bildete die große Zeit der makedonischen Monarchie unter den Argeaden und Antigoniden, aber auch Monumente aus der Zeit der römischen Herrschaft und des byzantinischen Reiches wurden besichtigt. Und schließlich verband sich die Betrachtung der antiken Zeugnisse mit aktuellem politischen Zeitgeschehen: Wenige Tage vor dem Abflug hatten die Regierungen von Athen und Skopje einen Kompromiss für den seit 27 Jahren währenden Namensstreit ausgehandelt (der Vorschlag lautet „Nord-Mazedonien“), der in beiden Ländern zu heftigen Diskussionen führte. Der Kern dieses Konflikts ist die Ethnizität der antiken Makedonen und damit eine althistorische Frage; die politische Bedeutung der Alten Geschichte wurde im „Museum des makedonischen Kampfes“ in Thessaloniki diskutiert.


 Ein typisches Exkursionsmittagessen: frugal, aber mit schönem Ausblick.

Neben diesen spezifischen Themenschwerpunkten diente die Exkursion auch als Einführung in grundlegende archäologische Methoden, z.B. zur Bestimmung antiker Keramik, zur Rekonstruktion von Bauten und zur Datierung von Mosaiken. Ebenso diskutiert wurden Grundfragen der Historischen Geographie, wie die Wechselwirkung zwischen menschlicher Kultur und dem Naturraum. Und nicht zuletzt wurden griechische Inschriften gründlich analysiert und gezeigt, dass man aus diesen auch dann wichtige Erkenntnisse gewinnen kann, wenn man nicht über das Graecum verfügt – Ausdauer und Beobachtungsvermögen vorausgesetzt!


Gemeinsame Betrachtung einer griechischen Inschrift und der „Löwe von Amphipolis“, ein (rekonstruiertes) hellenistisches Grabmal.

Ein besonderer Höhepunkt war die Führung durch Pella, die makedonische Königsresidenz, durch den langjährigen Ausgräber Professor Ioannis Akamatis. Dabei durfte die Gruppe auch einen Blick in das Grabungshaus werfen und bekam die neuesten Grabungsfunde präsentiert.


Professor Ioannis Akamatis mit einem Fund aus Pella.

Die Exkursion wurde aus Internationalisierungsmitteln der Philosophischen Fakultät finanziell unterstützt. Mehr dazu auf der Facebookseite des Lehrstuhls für Alte Geschichte.