Mannheimer Münzsammlung deutschlandweit vernetzt

Der Lehrstuhl für Alte Geschichte ist mit seiner Münzsammlung jetzt Mitglied des numismatischen Verbundes NUMiD. Dem Verbund führt 33 Münzsammlungen deutscher Universitäten sowie das Münzkabinett Berlin in einem Datenbanksystem zusammen. In den nächsten Monaten werden die Mannheimer Bestände in das System von NUMiD eingepflegt und stehen dann allen numismatisch Interessierten für eine digitale Recherche zur Verfügung.
Die Projektkoordinatorin in Mannheim ist Mareile große Beilage, die Datensätze werden von Verena Böckle erstellt.

Exkursion nach Makedonien

Nach intensiver Vorbereitung in einem zweitägigen Blockseminar hoben am 16. Juni 2018 15 Studierende und drei Dozenten (Prof. Dr. Christian Mann, Dr. Alexander Meeus und Jun.-Prof. Dr. Christoph Begass) vom Frankfurter Flughafen Richtung Thessaloniki ab. Das Ziel der Exkursion war Nordgriechenland, genauer die griechische Provinz Makedonien. In den folgenden dreizehn Tagen wurde die Geschichte dieses Raumes intensiv erkundet.


Gruppenbild im Theater von Philippi.

Den Schwerpunkt bildete die große Zeit der makedonischen Monarchie unter den Argeaden und Antigoniden, aber auch Monumente aus der Zeit der römischen Herrschaft und des byzantinischen Reiches wurden besichtigt. Und schließlich verband sich die Betrachtung der antiken Zeugnisse mit aktuellem politischen Zeitgeschehen: Wenige Tage vor dem Abflug hatten die Regierungen von Athen und Skopje einen Kompromiss für den seit 27 Jahren währenden Namensstreit ausgehandelt (der Vorschlag lautet „Nord-Mazedonien“), der in beiden Ländern zu heftigen Diskussionen führte. Der Kern dieses Konflikts ist die Ethnizität der antiken Makedonen und damit eine althistorische Frage; die politische Bedeutung der Alten Geschichte wurde im „Museum des makedonischen Kampfes“ in Thessaloniki diskutiert.


 Ein typisches Exkursionsmittagessen: frugal, aber mit schönem Ausblick.

Neben diesen spezifischen Themenschwerpunkten diente die Exkursion auch als Einführung in grundlegende archäologische Methoden, z.B. zur Bestimmung antiker Keramik, zur Rekonstruktion von Bauten und zur Datierung von Mosaiken. Ebenso diskutiert wurden Grundfragen der Historischen Geographie, wie die Wechselwirkung zwischen menschlicher Kultur und dem Naturraum. Und nicht zuletzt wurden griechische Inschriften gründlich analysiert und gezeigt, dass man aus diesen auch dann wichtige Erkenntnisse gewinnen kann, wenn man nicht über das Graecum verfügt – Ausdauer und Beobachtungsvermögen vorausgesetzt!

                              
Gemeinsame Betrachtung einer griechischen Inschrift und der „Löwe von Amphipolis“, ein (rekonstruiertes) hellenistisches Grabmal.

Ein besonderer Höhepunkt war die Führung durch Pella, die makedonische Königsresidenz, durch den langjährigen Ausgräber Professor Ioannis Akamatis. Dabei durfte die Gruppe auch einen Blick in das Grabungshaus werfen und bekam die neuesten Grabungsfunde präsentiert.


Professor Ioannis Akamatis mit einem Fund aus Pella.

Die Exkursion wurde aus Internationalisierungsmitteln der Philosophischen Fakultät finanziell unterstützt. Mehr dazu auf der Facebookseite des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

„Die Senatsaristokratie des oströmischen Reiches, ca. 457–518“ von Jun.-Prof. Dr. Begass erschienen

Die Studie „Die Senatsaristokratie des oströmischen Reiches, ca. 457–518. Prosopographische und sozialgeschichtliche Untersuchungen“ von Jun.-Prof. Dr. Christoph Begass bietet erstmals eine detaillierte Untersuchung des Senats von Konstantinopel und seiner Mitglieder im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. Das Buch ist in der Reihe „Vestigia. Beiträge zur Alten Geschichte“ erschienen, die von der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik in München im Verlag C. H. Beck herausgegeben wird.

Gastwissenschaftler aus den USA am Historischen Institut

Im Mai und Juni 2018 arbeitete Sinclair Bell, Associate Professor an der Northern Illinois University, als Stipendiat des DAAD am Lehrstuhl für Alte Geschichte in Mannheim. Professor Bells Forschungsinteressen gelten der Kunst und Kultur der Etrusker, der Darstellung von Fremden und Sklaven in der römischen Kunst, vor allem aber ist er einer der führenden Experten für die römischen Wagenrennen. In Mannheim fokussierte er sich auf die Fertigstellung der Monographie „The Circus in Ancient Rome: A Cultural History“.

“Diodoros of Sicily” unter der Mitherausgeberschaft von Dr. Meeus erschienen

Der Sammelband Diodoros of Sicily: Historiographical Theory and Practice in the «Bibliotheke», herausgegeben von Alexander Meeus zusammen mit Lisa Irene Hau (Glasgow) und Brian Sheridan (Maynooth), enthalt 24 Beiträge über wichtige Aspekte des Geschichtswerkes Diodors, eine wichtige Quelle für die Alte Geschichte. Das Buch trägt nicht nur bei zu einem besseren Verständnis von Diodors‘ Quellenwert, sondern vor allem auch von den heutzutage sehr umstrittenen Fragen nach seinen historiographischen Zielen und Methoden sowie seiner Stellung innerhalb der Entwicklung der griechischen Geschichtsschreibung.

Numismatische Spring School

Vom 3.-5. April 2018 fand in Mannheim eine numismatische Spring School statt, die gemeinsam vom Historischen Institut und den Reiss-Engelhorn-Museen ausgerichtet wurde. 15 Teilnehmer/innen aus Deutschland und Österreich absolvierten ein buntes Programm, das unter anderem allgemeine Vorträge zu methodischen Herausforderungen der Numismatik, eine Einführung in naturwissenschaftliche Methoden der Metallanalyse (inklusive einer Führung durch das Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie), praktische Übungen mit gängigen Münzdatenbanken und die Bestimmung von Fundmünzen einschloß.

Ein Bericht und eine Liste aller beteiligten Lehrpersonen findet sich auf der Homepage des “Numismatischen Verbunds in Baden-Württemberg”:
http://nvbw.zaw.uni-heidelberg.de/berichte/

Ein Marsyas für den Mannheimer Antikensaal

Bislang hatte der Mannheimer Antikensaal von der berühmten hellenistischen Marsyas-Gruppe lediglich einen Gipsabguß des „Schleifers“, der sein Messer zur Hinrichtung des Marsyas schärft. Nun aber ist die Gruppe vollständig, am 7. März wurde eine Skulptur des Marsyas, gefertigt aus Styropor und mit Gips überzogen, dem Antikensaal übergeben. Es handelt sich um eine Arbeit von Helena Hausberg, auszubildender Plastikerin am Nationaltheater Mannheim.

Unser herzlicher Dank gilt dem Nationaltheater Mannheim, insbesondere Helena Hausberg und dem Atelierleiter Thomas Busse, sowie Erich Werner, auf dessen Initiative die Skulptur entstand.

Foto: Helena Hausberg vor ihrem Werk

Dissertation von Johannes Bernhardt erschienen

Das Buch „Die jüdische Revolution“ von Johannes Bernhardt behandelt einen historisch höchst folgenreichen Ereigniskomplex: die Erhebung der Hasmonäer und die Herausbildung einer eigenständigen Monarchie in Jerusalem. Es liefert eine integrative Deutung von Ursachen und Entwicklung der Erhebung und arbeitet deren Bedeutung für die Ausbildung des Judentums heraus.
Die Arbeit wurde mit dem Akademiepreis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.

Herzlichen Glückwunsch, Bram Fauconnier!

Am 26. Januar durften wir vom Lehrstuhl für Alte Geschichte die äußerst erfolgreiche Disputation unseres ehemaligen Doktoranden und wissenschaftlichen Mitarbeiters Bram Fauconnier in Amsterdam mitverfolgen. Bram promovierte zum Thema “Ecumenical Synods. The Associations of Athletes and Artists in the Roman Empire” unter der Betreuung unserer ehemaligen Kollegin Sofie Remijsen und Emily Hemelrijk. Auch unser Lehrstuhlinhaber Christian Mann saß im offiziellen Prüfungskomitee, das in altehrwürdiger Tradition im Talar gekleidet ihre Fragen an den Promovenden richten konnte.