Neuerscheinung zur griechischen Geschichtsschreibung als Open-Access

Der Sammelband Narrative in Hellenistic Historiography, herausgegeben von Dr. Alexander Meeus, bietet neue Beiträge zur Erforschung der narrativen Dimension der hellenistischen Geschichtsschreibung. Hiermit wird ein wesentlicher Aspekt dieser Geschichtswerke, der bis jetzt eher vernachlässigt wurde, beleuchtet. Der Supplementband der Online-Zeitschrift für antike Historiographie, Histos, ist als Open-Access-Publikation frei zugänglich und kann heruntergeladen werden auf: https://research.ncl.ac.uk/histos/SV8HellenisticHistoriography.html.

Workshop über die Rezeption der griechischen Historiographie in der (frühen) Neuzeit

Der Lehrstuhl für Alte Geschichte, in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Spätmittelalter und frühe Neuzeit, lädt ein zum Workshop über die Rezeption der griechischen Historiographie in der (frühen) Neuzeit mit folgenden Vorträgen:

Prof. Dr. Suzanne Marchand (Lousiana State University/Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte): „Herodotus and the Egyptian Priests“ und
Dr. Alexander Meeus (Universität Mannheim): „Stupid asses, lazy lizards and intellectual pygmies? Diodor und die Rezeption der griechischen Historiographie

Der Workshop findet am Freitag, den 7. Dezember um 15:30 Uhr im Historischen Institut (L7, 7) in Raum 303 statt und alle interessierten Studierende sind herzlich eingeladen.

Suzanne Marchand is LSU Systems Boyd Professor of European Intellectual History at Louisiana State University, Baton Rouge. Marchand obtained her BA from UC Berkeley in 1984, and her PhD from the University of Chicago in 1992. She served as Assistant and then Associate Professor at Princeton University before moving to LSU in 1999. In 2014, she was appointed LSU Systems Boyd Professor, LSU’s highest honor. She is the author of Down from Olympus: Archaeology and Philhellenism in Germany, 1750–1870 (Princeton University Press, 1996) and German Orientalism in the Age of Empire: Race, Religion, and Scholarship (Cambridge University Press, 2009), which won the George Mosse Prize of the American Historical Association. She is also the coauthor of two textbooks: Worlds Together, Worlds Apart (W.W. Norton, 4th ed., 2013) and Many Europes (McGraw Hill, 2013), and of numerous absurdly arcane articles on the history of the humanities, most of which focus on modern Germany and Austria. In 2017, she founded the Center for Collaborative Knowledge at LSU, whose mission is to enhance cross-college conversations between faculty and students. She is now finishing a history of the porcelain industry in Central Europe and writing a history of Herodotus reception since 1700.

Für weitere Informationen rund um den Workshop: Alexander Meeus (meeus@uni-mannheim.de)

Mannheim an neuem DFG-Netzwerk zu antiken Bürgerkriegen beteiligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat einen Antrag zur Erforschung antiker Bürgerkriege bewilligt (Antragsteller: Prof. Dr. Johannes Wienand/Braunschweig). Dabei soll in mehreren Workshops eine Systematik interner Kriege in der griechisch-römischen Welt erarbeitet werden. Als Projektpartner beteiligt sind aus Mannheim Jun.-Prof. Dr. Christoph Begass (römische Kaiserzeit und Spätantike) und Prof. Dr. Christian Mann (griechische Klassik und Hellenismus).

Zeitschrift KLIO – jetzt in Mannheim


Das Mannheimer KLIO-Team: Judith Schönholz M.A., Melanie Meaker B.A., Prof. Dr. Christian Mann, Dr. Alexander Meeus (es fehlt: Jun.-Prof. Dr. Christoph Begass)

Seit März 2018 ist Christian Mann Mitherausgeber der Zeitschrift KLIO, zum 1. September 2018 wurde die Redaktion der Zeitschrift nach Mannheim verlegt. Damit bekommt die internationale Reputation des Historischen Instituts ein weiteres Aushängeschild: Die KLIO, gegründet 1897, ist die älteste deutsche Fachzeitschrift für Alte Geschichte und gehört zu den weltweit renommiertesten Publikationsorganen des Faches. Die Zeitschrift erscheint zweimal im Jahr, gemäß der internationalen Tradition der Alten Geschichte werden Artikel in fünf Sprachen aufgenommen (deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch).

Die anfallende Arbeit wird im Team bewältigt: Judith Schönholz wird Aufgaben in Organisation und Korrespondenz, Melanie Meaker die redaktionelle Bearbeitung der Manuskripte übernehmen, Christoph Begass und Alexander Meeus werden Unterstützung beim Rezensionswesen leisten.

 

Mannheimer Münzsammlung deutschlandweit vernetzt

Der Lehrstuhl für Alte Geschichte ist mit seiner Münzsammlung jetzt Mitglied des numismatischen Verbundes NUMiD. Dem Verbund führt 33 Münzsammlungen deutscher Universitäten sowie das Münzkabinett Berlin in einem Datenbanksystem zusammen. In den nächsten Monaten werden die Mannheimer Bestände in das System von NUMiD eingepflegt und stehen dann allen numismatisch Interessierten für eine digitale Recherche zur Verfügung.
Die Projektkoordinatorin in Mannheim ist Mareile große Beilage, die Datensätze werden von Verena Böckle erstellt.

Exkursion nach Makedonien

Nach intensiver Vorbereitung in einem zweitägigen Blockseminar hoben am 16. Juni 2018 15 Studierende und drei Dozenten (Prof. Dr. Christian Mann, Dr. Alexander Meeus und Jun.-Prof. Dr. Christoph Begass) vom Frankfurter Flughafen Richtung Thessaloniki ab. Das Ziel der Exkursion war Nordgriechenland, genauer die griechische Provinz Makedonien. In den folgenden dreizehn Tagen wurde die Geschichte dieses Raumes intensiv erkundet.


Gruppenbild im Theater von Philippi.

Den Schwerpunkt bildete die große Zeit der makedonischen Monarchie unter den Argeaden und Antigoniden, aber auch Monumente aus der Zeit der römischen Herrschaft und des byzantinischen Reiches wurden besichtigt. Und schließlich verband sich die Betrachtung der antiken Zeugnisse mit aktuellem politischen Zeitgeschehen: Wenige Tage vor dem Abflug hatten die Regierungen von Athen und Skopje einen Kompromiss für den seit 27 Jahren währenden Namensstreit ausgehandelt (der Vorschlag lautet „Nord-Mazedonien“), der in beiden Ländern zu heftigen Diskussionen führte. Der Kern dieses Konflikts ist die Ethnizität der antiken Makedonen und damit eine althistorische Frage; die politische Bedeutung der Alten Geschichte wurde im „Museum des makedonischen Kampfes“ in Thessaloniki diskutiert.


 Ein typisches Exkursionsmittagessen: frugal, aber mit schönem Ausblick.

Neben diesen spezifischen Themenschwerpunkten diente die Exkursion auch als Einführung in grundlegende archäologische Methoden, z.B. zur Bestimmung antiker Keramik, zur Rekonstruktion von Bauten und zur Datierung von Mosaiken. Ebenso diskutiert wurden Grundfragen der Historischen Geographie, wie die Wechselwirkung zwischen menschlicher Kultur und dem Naturraum. Und nicht zuletzt wurden griechische Inschriften gründlich analysiert und gezeigt, dass man aus diesen auch dann wichtige Erkenntnisse gewinnen kann, wenn man nicht über das Graecum verfügt – Ausdauer und Beobachtungsvermögen vorausgesetzt!

                              
Gemeinsame Betrachtung einer griechischen Inschrift und der „Löwe von Amphipolis“, ein (rekonstruiertes) hellenistisches Grabmal.

Ein besonderer Höhepunkt war die Führung durch Pella, die makedonische Königsresidenz, durch den langjährigen Ausgräber Professor Ioannis Akamatis. Dabei durfte die Gruppe auch einen Blick in das Grabungshaus werfen und bekam die neuesten Grabungsfunde präsentiert.


Professor Ioannis Akamatis mit einem Fund aus Pella.

Die Exkursion wurde aus Internationalisierungsmitteln der Philosophischen Fakultät finanziell unterstützt. Mehr dazu auf der Facebookseite des Lehrstuhls für Alte Geschichte.

„Die Senatsaristokratie des oströmischen Reiches, ca. 457–518“ von Jun.-Prof. Dr. Begass erschienen

Die Studie „Die Senatsaristokratie des oströmischen Reiches, ca. 457–518. Prosopographische und sozialgeschichtliche Untersuchungen“ von Jun.-Prof. Dr. Christoph Begass bietet erstmals eine detaillierte Untersuchung des Senats von Konstantinopel und seiner Mitglieder im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. Das Buch ist in der Reihe „Vestigia. Beiträge zur Alten Geschichte“ erschienen, die von der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik in München im Verlag C. H. Beck herausgegeben wird.

Gastwissenschaftler aus den USA am Historischen Institut

Im Mai und Juni 2018 arbeitete Sinclair Bell, Associate Professor an der Northern Illinois University, als Stipendiat des DAAD am Lehrstuhl für Alte Geschichte in Mannheim. Professor Bells Forschungsinteressen gelten der Kunst und Kultur der Etrusker, der Darstellung von Fremden und Sklaven in der römischen Kunst, vor allem aber ist er einer der führenden Experten für die römischen Wagenrennen. In Mannheim fokussierte er sich auf die Fertigstellung der Monographie „The Circus in Ancient Rome: A Cultural History“.

“Diodoros of Sicily” unter der Mitherausgeberschaft von Dr. Meeus erschienen

Der Sammelband Diodoros of Sicily: Historiographical Theory and Practice in the «Bibliotheke», herausgegeben von Alexander Meeus zusammen mit Lisa Irene Hau (Glasgow) und Brian Sheridan (Maynooth), enthalt 24 Beiträge über wichtige Aspekte des Geschichtswerkes Diodors, eine wichtige Quelle für die Alte Geschichte. Das Buch trägt nicht nur bei zu einem besseren Verständnis von Diodors‘ Quellenwert, sondern vor allem auch von den heutzutage sehr umstrittenen Fragen nach seinen historiographischen Zielen und Methoden sowie seiner Stellung innerhalb der Entwicklung der griechischen Geschichtsschreibung.