28th to 30th October: Conference at the Heidelberg Academy of Sciences

„Change of transformation of premodern credit markets. The importance of small-scale credits“

This interdisciplinary conference focuses on the development of credit markets to mobilize large amounts of capital in the medieval and early modern period. It aims to combine both economic and historical research for investigating premodern credit practices.

Interested scholars are cordially invited. If you wish to attend this conference, please register by 21 October 2019 at: stephan.koehler@uni-mannheim.de

The conference takes places on the premises of the Heidelberg Academy of Sciences:
Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Karlstraße 4
69117 Heidelberg


Workshop „The Materiality of Debt“ am DHI London, 29.11.-30.11.2018

Der Workshop in London widmete sich einem Teilaspekt des laufenden Projektes, nämlich der Materialität von Schulden. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Materialität der Quellen und deren Handhabung für die Erforschung von Kredit- und Schuldbeziehungen; die Beiträge beschäftigten sich mit vielfältigen Aspekten der Kreditgeschichte.

Die Keynote „Village Credit in England, 13th-15th centuries“ wurde von Chris Briggs (Cambridge) gehalten und führte die Problematik der Überlieferung für mittelalterliche Kleinkredite am Beispiel der Manor Court Rolls in England vor Augen. Der Vortrag von Briggs zeigte eindrucksvoll, dass trotz der schwierigen Quellenlage für den ländlichen Raum und den wenigen erhaltenen Quellen, den Manor Court Rolls, die Erforschung ländlicher Kleinkredite möglich ist. Die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll wie stark landliche Gebiete schon im Mittelalter vom Kreditprinzip durchdrungen waren.

Der Vortrag von Stephan Köhler (Mannheim) „New Sources for Old Stories – The Materiality of Borrowing and Lending Money in Tyrol during the 13th and 14th Centuries“ befasste sich mit der Frage nach der Bedeutung der Erforschung vormoderner Kreditpraktiken für wirtschaftshistorische Diskurse. Anhand der Kreditwirtschaft im mittelalterlichen Tirol wurde gezeigt, wie unterschiedliche Quellen zur Kreditwirtschaft (Notariatsimbreviaturen, Raitbücher, Gerichtsakten, Versatzscheine von Pfandleihern) unterschiedliche Aspekte vormodernen Wirtschaftens dokumentieren und belegen somit die Vielseitigkeit mittelalterlicher Kreditmärkte.

Markus Schniggendiller (Mannheim) präsentierte erste Ergebnisse zu seinem Forschungsprojekt „Credit Networks and financial Involvement of the Clerics of St Paul`s Cathedral„, dem die Erforschung des Wirtschaftens des Klerus der St. Pauls Kathedrale im Spätmittelalter zugrunde liegt. Gerade diese umfangreichen Kreditgeschäfte der Kanoniker der Metropole London wurden bisher nicht systematisch untersucht die Ergebnisse versprechen spannende Erkenntnisse über die Verflechtung von Kreditbeziehungen zwischen Kathedralklerus und Stadtbewohnern zu liefern.

Die letzten beiden Vorträge beschäftigen sich mit Städten im nordwestdeutschen Raum. Jan Siegemund (Dresden) präsentierte in seinem Beitrag „Different Kinds of Credit in Late Medieval City Accounts: The Example of Bocholt (1407-1420)“ wie städtische Rechnungsbücher als Instrumentarium für Kreditbeziehungen genutzt wurden. Anhand der Gattung der Rechnungsbücher konnte Siegemund Kreditbeziehungen finden, die ansonsten nicht überliefert worden sind und somit wertvolle Einblicke in städtische Kreditbeziehungen aufzeigen.

Der letzte Beitrag von Monika Gussone (Mannheim) mit dem Titel „City Accounts and complementary Recors as Sources for small Credits granted and received in late medieval Wesel and Kalkar“ knüpfte an die Thematik der städtischen Kreditwirtschaft an. Die Vortragende konnte am Beispiel von Wesel und Kalkar zeigen, dass die Erforschung von Kreditpraktiken über die Stadtgrenze hinaus ein lohnenswertes unterfangen ist und erst die Berücksichtigung reziproker Beziehungen zwischen verschiedenen Städten ein vollständiges Bild ermöglichen.

Alle Vorträgen zeigten anhand ihrer jeweiligen Fallbeispiele, dass sich Kreditgeschäfte auf mehreren Ebenen abgespielt haben. Um diese Komplexität der Kreditmärkte jedoch zu erfassen ist eine besondere Berücksichtigung der Materialität der Quellen notwendig – und zwar auch die Berücksichtigung jenes Schriftgutes, das wir heute nicht vornehmlich mit Kreditgeschäften in Verbindung bringen würden. Abgeschlossen wurde die Tagung durch einen Workshop in den National Archives in Kew zu Quellen zu Kredit- und Schuldverhältnissen im mittelalterliche England.