Der Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Mannheim lädt zum Vortrag des renommierten Mediävisten Jean-Claude Schmitt zum Thema „Les Rythmes au Moyen Âge“ ein. Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Les Rythmes au Moyen Âge:
Sowohl das individuelle als auch das soziale Leben sind gesättigt von Rhythmen: Alltagsrhythmen im Wechsel zwischen Arbeit und Freizeit, die zugleich unser Konsumverhalten und die Rhythmen der Wirtschaft strukturieren, Rhythmen der Bildung im Schulalltag, Rhythmen der Reformen im politischen Leben, etc. Der Rhythmus, so Schmitt, ist dort wo die Macht sitzt. Er regelt die Gangart, kleidet den Körper, ist der Ort der Konfrontation des Individuums mit der es umgebenden Gesellschaft. Jeder individuelle Rhythmus ist sozialen Rhythmen unterworfen, bietet Anlass zu Anpassung oder zu chronischen Reibungseffekten. Schmitt unternimmt eine Analyse der Rhythmen des Lebens im Spiegel mittelalterlicher Erfahrungen aus Quellen dieser Zeit.

Zum Vortragenden:
Jean-Claude Schmitt ist einer der originellsten und produktivsten Mediävisten der Gegenwart. Er begann 1970 mit einer Arbeit über die Dominikaner in Colmar und veröffentlichte seither über 300 Arbeiten, darunter sein epochemachendes Werk zur „Logik der Gesten“ (1990). In seinem jüngsten Werk „Les Rythmes au Moyen Âge,“ (Gallimard 2016) widmet er sich der Logik der Rhythmen als Basso Continuo des Mittelalterlichen Lebens.