Dissertation

Krieg ohne Gesellschaft. Private Military Companies im Kalten Krieg, 1960 – 1990

Die Bezeichnung PMC beschreibt einen privatwirtschaftlich strukturierten Personenzusammenhang, der im Rahmen einer staatlich-privaten Kooperation bestimmte Funktionen der Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols übernimmt. Private Militärdienstleister treten erstmals in den 1960ern auf, expandieren seitdem kontinuierlich sowohl in ihrer Anzahl als auch beim Personal, welches nahezu ausschließlich aus ehemaligen Soldaten besteht. Die Funktion der privaten Militärdienstleister verweist auf eine neue Konfiguration von diffundierter Staatlichkeit, die sich unter den Bedingungen des Kalten Krieges entwickelte. Innerhalb eines politisch definierten ideellen Referenzrahmens kooperierten seitdem eine Kombination von öffentlichen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, kollektiven und individuellen Akteuren auf bestimmten Problemfeldern. PMCs fungierten dabei als Goverance Akteure, die innerhalb eines politischen Netzwerkes an militärischen Governance Prozessen, vornehmlich im nationalen Rahmen, seit den 1980ern aber auch in transnationalen Netzwerken, partizipierten. Das Erkenntnisinteresse der Arbeit ist es, mithilfe der Geschichte der ersten Generation privater Militärdienstleister den mit der Neustrukturierung des Gewaltmonopols einhergehenden Wandel von Nationalstaatlichkeit im militärischen Bereich anhand der zugrundeliegenden politischen Ordnungsvorstellungen zu analysieren.

Publikationen

Ordnungsvorstellungen im deutschen Offizierskorps 1915–1923: Friedrich von Boetticher, Oskar von Niedermayer, Hans von Seeckt, Frankfurt am Main 2017. (ausgezeichnet mit dem Hugo Preuß-Preis der Forschungsstelle Weimarer Republik e.V. und der Hugo Preuß-Stiftung)

Islamismus. In: Emmanuel Droit, Jan Hansen, Frank Reicherer (Hrsg.): Den Kalten Krieg vermessen: Über Reichweite und Alternativen einer binären Ordnungsvorstellung, Berlin/ Boston 2018.

Stipendium

Konrad Adenauer Stiftung

– Internationales Promotionskolleg „Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert“