Lukas Hezel ist Doktorand am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte.

Promotionsprojekt:

„Die Internationale der Hoffnung“. Das Staatsdenken der globalisierungskritischen Bewegungen 1988-2007

Die globalisierungskritischen Bewegungen formierten sich ab Mitte der 1990er Jahre als ein weltweit agierendes, heterogenes Spektrum miteinander vernetzter sozialer Bewegungen und Organisationen. Bis Ende der 2000er verging kaum ein Jahr, in dem nicht irgendwo auf der Welt zehntausende Aktivist*innen gegen die Gipfeltreffen der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Welthandelsorganisation (WTO) demonstrierten. Jener Prozess der ökonomisch-politischen Entgrenzung und Vernetzung, der sich um 1990 zum zeittypischen Container-Begriff der „Globalisierung“ verdichtete, schien aus Sicht der Kritiker*innen dieser Entwicklung die Grenzen der Nationalstaaten zu untergraben und diese ihrer Souveränität und Handlungsmacht zu berauben.

Das Dissertationsprojekt untersucht mit Blick auf das Staatsdenken der Globalisierungskritiker*innen, wie diese nicht-staatliche Akteursgruppe einerseits auf die wahrgenommene „Erosion“ der nationalen „gedachten Ordnung“ reagierte und vor diesem Hintergrund ihre handlungsleitenden Ideen und Lösungsstrategien aushandelte, und andererseits, welche Rolle die untersuchte Gruppe selbst in dieser Entwicklung spielte.

Die Dissertation wird gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung.

Arbeitsschwerpunkte

  • Ideengeschichte des Marxismus und der Arbeiterbewegung
  • Geschichte des Faschismus, der Faschismusdiskussion und der extremen Rechten in Europa
  • Zeit, Zeitenwandel und Chronopolitik
  • Geschichte der Neuen Sozialer Bewegungen
  • Zeitgeschichte Lateinamerikas

Wissenschaftliche Publikationen:

Die rechte Szene in Deutschland. Erscheinungsformen, Entwicklungen und Agitationsmuster, in: Andreas Foitzik/Lukas Hezel (Hrsg.): Diskriminierungskritische Schule. Einführung in die theoretischen Grundlagen, Weinheim: Beltz Pädagogik, 2018, S. 119-139.

„Was gibt es zu verlieren, wo es kein Morgen gibt?“. Chronopolitik und Radikalisierung in der Jugendrevolte 1980/81 und bei den Autonomen, in: Fernando Esposito (Hrsg.): Zeitenwandel. Transformationen geschichtlicher Zeitlichkeit, Göttingen 2017, S. 119-152.