Interessen- und Forschungsgebiete:

  • Deutsche, britische und nordamerikanische Kultur-, Gesellschafts- und Rechtsgeschichte
  • (Post-)Kolonialismus, Sklaverei, Migration, Globalgeschichte
  • Ideengeschichte, politsche Philosophie und kritische Gesellschaftstheorie im 19. und 20. Jahrhundert (insbesondere Marxismus, Sozialismus, Kommunismus, Nationalsozialismus, Faschismus, Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus)

Laufende Forschungsvorhaben:

  • “Die Welt des Nationalsozialismus – Das globale Imaginäre im Dritten Reich”
  • “Colonial Subjects – Rights, Race, Resistance in the German Colonial Empire”
  • “Lebensphilosophie, westlicher Marxismus und parteikommunistische Orthodoxie – Das Denken von Georg Lukács im Jahrhundert der Extreme”
  • “Fascist Futures – Volkish Utopias, Science Fiction and Nazi Modernism” (zusammen mit Patrick Ramponi und Tobias Nagl)

Kurzbeschreibung des Habilitationsprojekt:

“Die Welt des Nationalsozialismus – Das globale Imaginäre im Dritten Reich”:

Das Globale verstanden als ein Imaginäres, d. h. als ein Bewusstsein von der eigenen Situiertheit in der Welt und von Welt als einem systemischen Zusammenhang, stellte einen grundlegenden Bestandteil der nationalsozialistischen Weltanschauung dar. Schon in Hitlers „Mein Kampf“ nahm ein wahnhaft-paranoider Welt- und Globalitätsbezug, der sich am prominentesten im Narrativ von der “jüdischen Weltverschwörung” verdichtete, eine Schlüssefunktion bei der Formulierung des politische Programms des Nationalsozialismus ein. Trotz dieses zentralen Stellenwerts sind die Welt- und Globalitätsvorstellungen in der NS-Ideologie bislang nicht zum Gegenstand einer systematischen ideengeschichtlichen Untersuchung gemacht worden. Die Arbeit zeigt ausgehend von dieser Problemstellung, dass die “nationalsozialistische Weltanschauung” als geistig-theoretische Grundlage des praktischen Versuchs ernst genommen werden muss, eine Weltordnung zu errichten, in der politische Herrschaft und wirtschaftliche Beziehungen nicht mehr durch die modernen universalistischen Abstraktionen des Rechts, des Tauschs und des politischen Interessenausgleichs legitimiert und vermittelt werden, sondern durch gewaltätigen Zwang und das Recht des Stärkeren ersetzt sind. Hierbei handelte es sich nicht einfach um eine nihilistische Praxis im Sinne eines unreflektierten Gruppenegoismus und Macht- und Gewinnstrebens, sondern um die bewusste und systematische Absage an die Prinzipien der Aufklärung und der mit diesen verbundenen politischen und wirtschaftlichen Verkehrsformen. Der Nationalsozialismus war keine blindwütige „Revolte gegen die moderne Welt“ (Julius Evola), sondern eine weltanschaulich begründete Negation des prekären unversalistisch-emanzipatorischen Gehalts der Moderne.