Geschichte der Hanse und des norddeutschen Handels


Die Geschichte des sprichwörtlich “fluiden” Raumes, den das nicht minder fluide Phänomen der Hanse umspannte, ist ein aktiver Schwerpunkt in Forschung und Lehre für gleich mehrere Teammitglieder. Auf diesem Wege sind auch eine Reihe von Qualifikationsarbeiten zu hansischen Themen entstanden, die erfreulich lange nachgewirkt haben, etwa Jan Siegemunds Untersuchung der Lübecker Urfehdewesen im 15. Jahrhundert (2014) oder Max-Quentin Bischoffs Arbeit über Legate an das Dienstpersonal in den Lübecker Bürgertestamenten des 15. Jahrhunderts (1400-1449) (2015, ausgezeichnet mit dem Andreas-Lamey-Preis).

Organisiert von Prof. Indravati Félicité und Hiram Kümper trifft sich jährlich jeweils wechselnd in Paris und Mannheim die französisch-deutsche Forschergruppe Le monde hanséatique, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Methoden und Fragestellungen der Hanseforschung in größere geographische Kontexte – und umgekehrt! – einzubringen.

Gemeinsam mit PD Dr. Jörn Bockmann (Univ. Flensburg) und Franziska Evers (EHM Lübeck) wurde im Juli 2017 erstmals der Sommerkurs Hansequellen am Europäischen Hansemuseum in Lübeck abgehalten. Dieses Angebot an fortgeschrittene Studierende und Doktorand(inn)en soll regelmäßig wiederholt werden.

Einen wichtigen Beitrag nicht unmittelbar zur hansischen Geschichte, wohl aber zur Handelsgeschichte Norddeutschlands leistet das Dissertationsprojekt von Christina Sprick zu den Rintelner Weserzöllen.

Aktuelles

  • Im Mai 2018 findet in Stendal wieder der traditionelle Nachwuchsworkshop im Vorfeld der Pfingsttagung des Hansischen Geschichtsvereins statt. Jan Siegemund gehört diesmal mit zum Organisationsteam. Weitere Einzelheiten gibt es »hier.

Einschlägige Veröffentlichungen

  • Hiram Kümper, Europäische Erinnerungsorte in Norddeutschland? Zum Beispiel: Hanse und Magdeburger Recht, in: Janina Fuge, Helmut Schmid (Hg.), Gedächtnisräume. Geschichtsbilder und Er­innerungskulturen in Norddeutschland (Formen der Erinnerung 56), Göttingen 2014, S. 97-119.
  • Hiram Kümper, Bettelbrüder für die Handelsmetropole: die Dominikaner in Lübeck | Mendicant Friars for a Trading Metropolis: the Dominicans in Lübeck, in: Exspecto. Hanse – Mittelalter – Museologie 2 (2013), S. 6.
  • Hiram Kümper, Das Fragmentum libri copialis monasterii Lubecensis Dominicani (erscheint 2017/18).

Einschlägige Lehrveranstaltungen der letzten Jahre

  • Museen als außerschulische Lernorte: am Beispiel des Europäischen Hansemuseums Lübeck (Übung zur Vermittlung, Hiram Kümper u. Franziska Evers/Europäisches Hansemuseum Lübeck, FSS 2017)
  • Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters: von Fronhof bis Fugger (Vorlesung, Hiram Kümper, HWS 2015)
  • Die Hanse: Wirtschaft – Politik – Kultur (Vorlesung, Hiram Kümper, FSS 2015)
  • La Lega Anseatica e Italia | Italy and the Hanseatic League (Hauptseminar, en bloc,Tobias Daniels/Rom u. Hiram Kümper; in Ko­operation mit dem Max-Planck-Institut für Kunst­geschichte Hertziana, Rom, FSS 2015)
  • Nordlichter | ex boreas lux: Europas Norden im Zeitalter der Renaissance (Vorlesung, Hiram Kümper, HWS 2014)
  • Commerce before Capitalism: Merchants, Markets, and Money in Medieval and Renaissane Europe (englischsprachiges Hauptseminar, Hiram Kümper, FSS 2014)

 


Mehrere Mitglieder unseres Teams sind aktive Mitglieder im Netzwerk Kunst und Kultur der Hansestädte sowie des Hansischen Geschichtsvereins.  Hiram Kümper ist außerdem amtierender Vorsitzender des Vereins zur Förderung der internationalen und interdisziplinären Hanseforschung mit Sitz in Wismar.
Eine enge Kooperation in Forschung und Lehre besteht zum 2015 eröffneten Europäischen Hansemuseum in Lübeck.
Die Workshop-Reihe Schiffbruch in der Vormoderne: Zur Geschichte eines in Sprache, Schrift und Objekten konservierten Risikos am Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven wird gemeinsam mit PD Dr. Gabriel Zeilinger (Kiel) weiter vorangebracht, dem freilich als ursprünglicher spiritus rector und Hauptorganisator die Lorbeeren des Unternehmens gebühren.