Die Gründung des Bundeslandes Baden-Württemberg brachte auch im Bereich der Gerichtsbarkeit Neuerungen mit sich. Dazu gehörte 1956 die Einrichtung eines einzigen zentralen Landesarbeitsgerichts in Tübingen, das später nach Stuttgart kam. Doch die Nachkriegsgeschichte der Arbeitsgerichtsbarkeit im Südwesten begann nicht erst vor 60 Jahren. Seit Ende 1946 schlichteten und entschieden politisch unbelastete Arbeitsrichter, darunter Nichtjuristen, in arbeitsrechtlichen Konflikten. Diese Anfänge nach Ende der NS-Diktatur wurden für den vorliegenden Band ebenso dokumentiert und erforscht wie die weitere Entwicklung, die bis in die Mitte der siebziger Jahre hinein recht ruhig, im Zeichen rasch wechselnder Wirtschaftskonjunkturen dann aber überaus dramatisch verlief. Die vielfältigen Facetten dieser Geschichte der Arbeitsgerichtsbarkeit haben Arbeitsrichterinnen und –richter, Beteiligte Zeitzeugen, aber auch Geschichtsstudentinnen und –studenten des Mannheimer Historischen Instituts z.T. sogar in gemeinsamen Beiträgen nachgezeichnet und für den vorliegenden Band zusammengetragen.

Borgstedt, Angela; Natter, Eberhard (Hrsg.): Die Arbeitsgerichtsbarkeit Baden-Württemberg 1946–2016. Karlsruhe 2016. 340 S. (Große Reihe der Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe; 1) ISBN 978-3-922596-99-8.

Eine Buchvorstellung findet am 05.10. um 17:15 Uhr  im Rahmen des Kolloquiums des Historischen Institutes im Raum EW 154 statt.