Mannheim war eine der größten amerikanischen Militärgarnisonen in Deutschland. Zahlreiche Bauten und Objekte zeugen von dieser Präsenz in der Quadratestadt. Auch die Erinnerungen der Mannheimer Bevölkerung – von der Enteignung des familiären Grundstücks  über das Albert-Schweitzer-Turnier oder das gemeinsame Feiern bei der „Amimess“ oder im „Top Hat Club“ – sind nach wie vor lebendig, wie die neue Dauerausstellung „Benjamin Franklin Village – Deutsch-Amerikanischer Alltag in Mannheim Käfertal“ zeigt. Diese wurde vergangenen Donnerstag im Zeitstrom-Haus auf den Konversionsflächen des Benjamin Franklin Village feierlich eröffnet.

Zu den Besonderheiten der Ausstellung gehört neben dem Beitrag einer AbiturientInnenklasse der Friedrich-List-Schule zur „Amimess“, auch der Beitrag eines historischen Projektseminars der Uni Mannheim: Dem Seminar „Erinnerungen an das Mannheimer Amerika: Oral History und das ZEITSTROM-Projekt“ (FSS-HWS 2018) unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Gassert und Peter Wellach von der konzeptionell für die Ausstellung verantwortlichen Agentur beier+wellach projekte.
In dessen Rahmen beschäftigten sich Master-Studierende mit der Methodik der Oral History und der Vergangenheit des ehemaligen US-Areals.  Die (Alltags-)Geschichten von ehemaligen Army-Angehörigen, Mannheimer AnwohnerInnen und deren Beziehungen zueinander fingen die Studierenden in auf Film gebannten ZeitzeugInneninterviews ein. Ein Großteil dieser Gespräche ist nun geschnitten und kuratiert in der Ausstellung im Zeitstrom-Haus an einer Medienstation zu sehen und zu hören.

Nach Eröffnungsworten von unter anderem Bürgermeister Michael Grötsch, der städtischen Projektleiterin Kirsten Batzler und der Redakteurin Nora Kaiser von beier+wellach projekte wurde vergangenen Donnerstag das Rohmaterial der studentischen Interviews auch an den Leiter des MARCHIVUMs, Prof. Dr. Ulrich Nieß, zur Archivierung übergeben.
Gefeiert wurde die Eröffnung unter reger Beteiligung von ZeitzeugInnen und deren Angehörigen sowie interessierten MannheimerInnen bei frisch gemachtem Popcorn und Musik eines DJs des legendären „Top Hat Club“, DJ Chilly E.

Wer sich ein eigenes Bild von der neuen Ausstellung und den Interviews über „Amerikaner in Mannheim“ machen will: Das Zeitstrom-Haus ist jeden Montag bis Freitag (10–16 Uhr) sowie Samstag (13–16 Uhr) geöffnet. Das Zeitstrom-Haus erreichen Sie mit der Straßenbahn Linie 5 (Haltestelle Platz der Freundschaft), Zutritt über Tor 1 über den Parkplatz der Sports Arena.
Informationen zu Franklin und dem Projekt Zeitstrom finden Sie hier: https://franklin-mannheim.de/