Forschungsschwerpunkte

  • Konsumgeschichte
  • Protestgeschichte des 20. Jahrhunderts
  • Geschichte der transatlantischen Beziehungen im 20. Jahrhundert
  • Politische Geschichte der Bundesrepublik
  • Emotionengeschichte

Laufendes Habilitationsprojekt

Ein Produkt als „selbstgemacht” zu erkennen und zu benennen, weckt höchst unterschiedliche Assoziationen. Je nach Kontext wird Selbstgemachtes als schön, hässlich, gesund, ungesund, modern, altmodisch, liebevoll oder lieblos usw. bewertet. In jedem Fall wird es abgegrenzt von Dingen, die auf andere Weise hergestellt wurden, insbesondere durch industrielle (Massen)Produktion. Hier setzt die Untersuchung an: Mit der Zunahme ge- und verbrauchsfertiger Güter und den damit verbundenen wachsenden Wahlmöglichkeiten für Konsumenten entstanden neue Assoziations- und Sinnzusammenhänge, in denen die verschiedenen Optionen normativ aufgeladen waren. Wie das Selbermachen bewertet wurde, war dabei stets davon abhängig, wer unter welchen Bedingungen und aus welchen Motiven heraus etwas selber machte oder nicht. Mit den wachsenden Möglichkeiten, ob und durch wen etwas selbst gemacht wurde, standen zudem überkommene Wissensbestände und Fertigkeiten, Rollenbilder und Beziehungsmuster in Frage. Sie mussten neu definiert und legitimiert werden.

Dissertation

Orte für Amerika: Deutsch-Amerikanische Institute und Amerikahäuser seit den 1960er Jahren

Um das westliche Bündnis im Ost-West-Konflikt nach innen zu stabilisieren, setzten die USA während des Ost-West-Konflikts auf auswärtige Kultur- und Informationspolitik. In der Bundesrepublik wandten sich etwa 20 Amerikahäuser und Deutsch-Amerikanische Institute an die westdeutsche Bevölkerung, um Sympathien für die Politik und die Werte der USA zu erzeugen. Sie waren jedoch nicht nur Mittler im amerikanischen Auftrag, sondern durch vielfältige Beziehungen fest in der westdeutschen Kulturlandschaft verankert. In der Öffentlichkeit standen sie als symbolische Orte für „Amerika” – im positiven wie im negativen Sinne.

Diese Studie analysiert die Strukturen, Zielvorgaben und das Instrumentarium der amerikanischen Kultur- und Informationspolitik in der Bundesrepublik, Themenkarrieren und -konjunkturen sowie die Amerikahäuser und DAI in ihren lokalen Beziehungsgefügen. An der Schnittstelle von USA und Bundesrepublik, Außen- und Kulturpolitik, Regierung und Öffentlichkeit zeigt die Untersuchung der Amerikahäuser und Deutsch-Amerikanischen Institute die Gestaltung, Dynamiken und Spannungen der transatlantischen Beziehungen seit den 1960er Jahren unterhalb der diplomatischen Ebene.