Dissertationsprojekt „`Do We Still Need Europe?´ Neokonservative Europabilder und transatlantische Entfremdung von den 1970er Jahren bis ins 21. Jahrhundert.”

Das Dissertationsprojekt „`Do We Still Need Europe?´ Neokonservative Europabilder und transatlantische Entfremdung von den 1970er Jahren bis ins 21. Jahrhundert.” nimmt seinen Ausgangspunkt an der Beobachtung, dass sich in den Reihen des US-amerikanischen Neokonservatismus seit den frühen 1970er-Jahren eine fundamentale Kritik an Westeuropa ausgebildet hat, die durch eine kompromisslose Ablehnung europäischer Werte charakterisiert und Zeichen einer deutlichen Distanz dieser Intellektuellen gegenüber dem Kernverbündeten im Kalten Krieg war. Die skeptisch-feindliche Haltung der Neokonservativen gegenüber der Alten Welt stand im Widerspruch zu allgemeineren Tendenzen der US-amerikanischen Annäherung an Europa durch geopolitische Notwendigkeiten der bipolaren Weltordnung. Ziel der Dissertation ist es, das bisher wenig erforschte Phänomen einer systematischen Europakritik in den Vereinigten Staaten im Detail zu untersuchen. Zugleich schafft das Verständnis der Neokonservativen als Wortführer europaskeptischer Ansichten die Möglichkeit, der Übertragung politischer Krisen des transatlantischen Bündnisses in einen gesellschaftlichen Diskurs der US-amerikanischen Entfremdung von Europa nachzugehen. Aus diesem Grund soll an einer Reihe von neuralgischen Punkten der neokonservativen Diskussion eine Perspektiverweiterung vorgenommen werden und durch Analyse des US-amerikanischen Europadiskurses in der medialen Öffentlichkeit die Breitenwirkung neokonservativer Wahrnehmungen von und Urteile über Europa untersucht werden.